Grundschule Soldnerstraße
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Auf den Hund gekommen

Die Grundschule Soldnerstraße ist auf den Hund gekommen: Einmal pro Woche bekommen alle 1. Klassen sowie die Deutschklasse der Schule Besuch von ihrem „Lesehund“.

Die Hunde und ihre Besitzer sind Mitglieder des Vereins „Therapiehunde Deutschland e.V.“, der es sich mit seinem Konzept der „Lesehunde“ zur Aufgabe gemacht hat, Kindern mit Leseschwierigkeiten neues Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu geben und damit ihr Selbstvertrauen zu stärken.

Für Kinder, die Probleme beim Lesen haben, stellt das laute Vorlesen vor der Klasse oft eine belastende Situation dar. Hier kommt der Lesehund zum Einsatz. Er hilft den Schülern, ihre Angst vor dem Vorlesen abzubauen und dadurch ihre Lesefähigkeit zu verbessern. Die Freude am Lesen ist hierbei das wichtigste Ziel.

Und Freude am Lesen haben hier alle Kinder! Kein Wunder bei so aufmerksamen und geduldigen Zuhörern!

„Das Lesen hat so Spaß gemacht, weil der Lesehund so toll zuhört. Er wollte mir sogar helfen!“, erzählt ein Erstklässler begeistert. „Quila und Faizah hören mir die ganze Zeit richtig aufmerksam zu“, stellt auch seine Mitschülerin anerkennend fest, während sich ein anderer Junge am allermeisten darüber freut, dass man die Hunde nach dem Vorlesen immer noch streicheln darf.

In der Klasse 1a gibt es sogar zwei Lesehunde, die von ihrer Besitzerin Monika Hürner gezielt dazu angeleitet werden, den Leseprozess zu fördern. „Schau mal, wie Quila die Ohren spitzt! Jetzt versteht sie jedes Wort ganz genau“, sagt Frau Hürner beispielsweise und schon bemüht sich jedes Kind, ganz besonders deutlich vorzulesen.

Die Lesehunde an der Grundschule Soldnerstraße tragen zudem dazu bei, die noch des Öfteren vorhandene Angst von Kindern und auch Lehrern vor Hunden abzubauen. Zuerst steht deshalb immer ein Kennenlernbesuch mit der ganzen Klasse auf dem Programm. Hierbei werden allgemeine Verhaltensregeln im Umgang mit Hunden thematisiert, die Hunde dürfen gestreichelt und mit Leckerlis gefüttert werden. In der Klasse 1a durften die Kinder am Ende des Schuljahres ihre Lesehunde sogar durch einen im Pausenhof aufgebauten Parcour führen. Das war für alle ein Erlebnis!

Quila und Faizah, die Lesehunde der Klasse 1a, sind drei und fast fünf Jahre alte weiße Schweizer Schäferhunde. Sie mussten mit ihrer Besitzerin Monika Hürner, die wie alle Mitglieder des Vereins ehrenamtlich tätig ist, mehrere Stationen beim „Therapiehundeverein Deutschland e.V.“ durchlaufen, bevor sie als Lesehunde zugelassen wurden.

So wurden bei einer „Wesensbegutachtung“ das Sozialverhalten sowie die Stressresistenz der Hunde getestet. Hierbei mussten die Hunde beweisen, dass sie mit großen Gruppen, Lärm und Menschen mit Krücken oder Rollstühlen klarkommen. Im Anschluss besuchten die Hunde ein Basisseminar, ein Schulhund- sowie ein Lesehundseminar.

Monika Hürner, die hauptberuflich eine Steuerkanzlei betreibt, hat mit ihren Hunden Quila und Faizah schon vielfältige Erfahrungen in verschiedensten Bereichen gesammelt. So waren sie unter anderem im Demenzzentrum Nürnberg tätig. Im Erlangener Gefängnis begleiteten Quila und Faizah Langzeithäftlinge beim Freigang. Auch an der Förderschule Lauf betreut sie seit längerem zwei Schulklassen.

Für Frau Hürner ist die ehrenamtliche Arbeit mit ihren Lesehunden zwischenzeitlich zu einem Hobby geworden. Die Erfolge bei den Kindern und bei den Hunden, die Freude und der Dank sind ihr innerer Antrieb. Wenn die Kinder am Ende der Leseeinheit den Text mit nach Hause nehmen wollen, um die Geschichte, die sie dem Lesehund vorgelesen haben, auch Mama und Papa vorzulesen, ist das der größte Erfolg, den eine Leseeinheit wohl haben kann.

Wir freuen uns jedenfalls schon sehr darauf, dass unsere Lesehunde auch im nächsten Schuljahr wieder in unsere Schulklasse kommen!

Text und Foto: Sabine Hoffmann